Rotenburg. Es ist Samstag, 23.22 Uhr. Der Fahrstuhl zur VIP-Lounge in der Göbel’s Hotel Arena öffnet sich. Der Stargast des Abends, Michael Wendler, betritt den Raum. „Michael, du hast noch ein Interview“, sagt ihm sein Manager. „Klar“, ist Wendlers Antwort. Er sieht mich und KA-Fotografin Lisa Heinrich. Zuerst begrüßt er die Dame: Küsschen links, Küsschen rechts – dann gibt er mir die Hand. „Dann legen wir mal los“, sagt er und bietet uns das „Du“ an.
Ab wann war Dir klar, dass Du gerne Sänger werden möchtest? Vor 10 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, musikalisch der größte Schlagerstar aller Zeiten zu werden. Das hat am Anfang nur leider nicht funktioniert. Ich habe schon immer meine eigenen Songs geschrieben und hatte auch viele Auftritte in Diskotheken. Und dann waren meist auch drei oder vier Leute da – ein riesiger Ansturm also (lacht).
Die Leute haben sich dann meistens umgedreht und sich gefragt: Wer ist das, was macht der und wann geht er wieder? Es war ein weiter Weg bis die Fans immer mehr wurden und bis der Wendler dann zum Kult wurde. Jetzt erlebe ich das Phänomen, dass ich vor zehntausenden Fans singen darf, die alle meine Songs kennen. Ein schönes Gefühl. Ein Gefühl, angekommen zu sein.
Wie war das als „kleiner Wendler“? Wolltest Du da auch schon Sänger werden? Ich wollte unbedingt Polizist werden, denn ich wollte hilflosen Frauen helfen. Aber irgendwie ist mir das ja jetzt, in meinem Job, auch gelungen.
Deine neue XXL-Single ist seit kurzem erhältlich. Erzähl uns etwas über dieses Projekt! Der Wendler-Hitmix XXL ist ein neues Hitmix-Album. Das Letzte liegt auch schon fünf Jahre zurück. Es war also höchste Zeit, denn die Leute wollen mich nicht als Schauspieler, sondern als Musiker, der geile Musik macht.
Wie unterscheidet sich der private Wendler von dem auf der Bühne? Ich laufe nicht mit ausgebreiteten Armen durch die Welt und schreie jeden an, dass ich die geilste Sau der Welt bin. Privat bin ich bodenständig und schüchtern. Aber es ist eben zu meinem Image geworden, sehr selbstbwusst, polaristisch und zynisch zu sein.
Ich habe den deutschen Schlager aus der Lethargie befreit. Ich habe es geschafft, die Jugend wieder für den deutschen Schlager zu begeistern. Da kann ich sehr stolz sein. Ich glaube, es lag auch am Alter der meisten Schlager-Interpreten, was jetzt nicht abwertend klingen soll.
Nur: Viele 20-Jährige können sich etwa mit einem Bata Illic, der gefühlte 90 Jahre alt ist, nicht identifizieren. Ich hatte das Glück, schnell bekannt zu werden, auch durch meine Art, zu polarisieren.
In wieweit hast Du dich in den letzten zehn Jahren weiterentwickelt? Irgendwann muss man sich weiterentwickeln, um die Fans nicht zu verlieren, weil sich alles irgendwann mal abdudelt. Ich glaube, jetzt ist der Punkt gekommen, wo wieder eine Veränderung bei mir kommt. Die ist aber nicht so extrem, dass ich meine Fans verschrecke.
Du hast schon viel erreicht, was hast du noch für Ziele? Die letzten drei Jahre bei Sony waren spektakulär. Früher habe ich viel in Alleinregie versucht, aber bei Sony ist es dann explodiert. Ich hatte drei Seiten im Spiegel – als erster Schlagerstar überhaupt.
Ich habe 700.000 Alben in den letzten vier Jahren verkauft, ich habe goldene Schallplatten bekommen und sogar eine Platinplatte. Das ist alles so extrem rund gelaufen, dass man gar nicht mehr hinterherkam. Eine atemberaubende Zeit, die sich jetzt ein wenig beruhigt hat.
Dann warst Du sicher auch viel unterwegs. Kannst du dir die Regionen dann auch immer etwas anschauen? Etwa Waldhessen? Das Problem ist, dass man meistens in der Nacht ankommt und auch wieder abfährt. Von der Region sieht man da nicht viel, von den Frauen aber schon. Ich könnte daher eher darauf antworten, wie die Frauen waren, denn das bleibt hängen.
Wie aufgeregt bist du vor deinen Auftritten? Ich bin sehr nervös vor jedem Auftritt, weil die Karten immer neu gemischt werden. Jederzeit kann etwas unerwartetes passieren und den Auftritt und den Künstler damit vernichten. Das Schlimmste ist, wenn man vor 13.000 Leuten singt und dann fällt die Technik aus. Wenn das passiert, ist jeder Künstler der Welt mittellos. Das ist der Supergau, denn du kannst nicht mehr mit den Menschen kommunzieren.
Macht es einen Unterschied, ob man vor 13.000 Menschen singt oder vor 1.000, etwa in einem Club? Klar ist es schöner, vor 30.000 Leuten zu singen. Es kommt aber auch darauf an, ob die einen hören wollen. Manchmal ist es schöner, vor 10 Leuten zu singen die Party machen wollen, als vor 10 Millionen, die das nicht wollen. Ich bin aber ein Typ, der selbst wenn die Leute alle den Daumen nach unten zeigen, solange kämpft, bis die Zuschauer sagen: So scheiße ist der ja doch nicht.
Was dürfen Deine Fans in Zukunft von Dir erwarten? Einiges. Etwa eine eigene Casting-Show bei RTL, da suche ich einen neuen Schlagergott. Die Sendung wird eine Mischung aus DSDS und dem Dschungelcamp und beginnt im Mai. Zu dieser Zeit kommt auch mein neues Album raus. Wir freuen uns auf eine spannende und aufregende Zeit.
„Jetzt müssen wir aber los“, sagt sein Manager. Es sind nur noch zehn Minuten, dann muss der Wendler auf die Bühne. Zuvor werden noch Bilder gemacht, Veranstalter, Fans und die anderen Show-Acts – alle wollen ein Bild mit ihm. „Dafür bin ich ja da“, lacht er. Dann geht er wieder zum Fahrstuhl. „Danke, bis dann“, sagt er noch. Minuten später tönt „Sie liebt den DJ“ aus den Boxen. Der Wendler ist auf der Bühne und macht das, was er am besten kann – Stimmung!





































09/03/2011 um 16:20
Dummdödel dummer Dödel. Der Dummdödel.
22/02/2011 um 11:43
Apres ski Party Rotenburg
War super.
Vor allem Michael Wendler war der Super Knaller.
20/02/2011 um 11:16
Das war endlich mal was für gefrustete und liebeshungrige Haus- u. Frustfrauen.
21/02/2011 um 15:05
Ist da etwas jemand neidisch